Montag, 22. Dezember 2014

BMUB Pressedienst Nr. 270/14 -- Gemeinsame Pressemitteilung von BMZ und BMUB

Berlin, 22. Dezember 2014

Gemeinsame Pressemitteilung von BMZ und BMUB


Weltgrößter Solarkraftwerk-Komplex entsteht in Marokko mit Unterstützung
der Bundesregierung

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
(BMUB) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)
unterstützen mit einem 654 Millionen Euro-Kredit den Bau des weltweit
größten Solarkraftwerk-Komplexes in der Region Ouarzazate in Marokko.
Damit treibt die Bundesregierung den internationalen Klimaschutz und den
Ausbau Erneuerbarer Energien in Nord-Afrika voran.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat im Auftrag von BMUB und BMZ
die Darlehensverträge für den Bau von zwei Solarkraftwerken als
wesentlichen Teil des weltweit größten Solarkraftwerk-Komplexes in der
Region Ouarzazate in Marokko unterzeichnet. Deutschland stellt
Entwicklungskredite in Höhe von insgesamt 654 Millionen Euro für die
Errichtung eines Solarturmkraftwerks sowie eines Parabolrinnenkraftwerks
zur Verfügung. Beide Kraftwerke zusammen sollen über eine elektrische
Leistung von 350 MW verfügen. Dies entspricht der Leistung eines
mittelgroßen konventionellen Kraftwerkblocks.

Bei den beiden Solarkraftwerken handelt es sich um hochinnovative
Technologien, die zum Teil erstmals in dieser Größenordnung zum Einsatz
kommen. Damit wird es Marokko ermöglicht, einen großen Schritt in
Richtung einer klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung zu
machen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Durch unsere Unterstützung
zeigen wir, dass Deutschland seine Verantwortung für den globalen
Klimaschutz ernst nimmt. Die weltweite Transformation der Energiesysteme
ist Schlüssel für einen erfolgreichen Klimaschutz. Für
Entwicklungsländer wie Marokko, die in hohem Maße von fossilen
Energieträgern und Energieimporten abhängig sind, ist der Ausbau von
Erneuerbaren Energien die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung.
Durch seinen ambitionierten Solarplan ist Marokko ein Vorbild in der
Region und darüber hinaus. Wir freuen uns, dass wir heute einen
entscheidenden Beitrag zur Unterstützung Marokkos auf diesem Weg und zur
Marktentwicklung innovativer und zukunftsträchtiger Klimatechnologien
leisten können".


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Der Solarkomplex in Ouarzazate
zeigt sehr deutlich, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht
ausschließen, sie sind Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung. Klima-
und Ressourcenschutz sind Schwerpunkte unserer entwicklungspolitischen
Arbeit. Wir unterstützen unsere Partnerländer dabei, innovative und auf
die nationalen Bedarfe abgestimmte Lösungen für die Energieversorgung zu
finden. Wir zeigen so ganz konkret, wie partnerschaftliche Zusammenarbeit
zum Schutz von globalen Gütern wie dem Klima möglich ist. Die Förderung
umweltfreundlicher Technologien im Energiesektor ist auch weiterhin ein
wichtiger Teil unseres Engagements in Nordafrika."

Deutschland ist der wichtigste Partner Marokkos bei der Umsetzung der
beiden Vorhaben, an denen auch die Weltbank, die afrikanische
Entwicklungsbank, die Europäische Investitionsbank, die französische
Entwicklungsbank sowie die Europäische Kommission beteiligt sind.
Darlehensnehmer ist die marokkanische Solaragentur MASEN, die den
Kraftwerksbau in einer Public-Private-Partnerschaft umsetzen wird.

Die deutschen Gelder werden aus der Internationalen Klimaschutzinitiative
des BMUB und der Initiative für Klima und Umweltschutz des BMZ
bereitgestellt. BMUB und BMZ leisten damit einen wichtigen Beitrag zur
Minderung von Treibhausgas-Emissionen. Jährlich können nach
Fertigstellung durch den Solarkraftwerk-Komplex Ouarzazate etwa 800.000 t
CO2 eingespart werden. Gleichzeitig wird damit aber auch maßgeblich zur
Umsetzung des Marokkanischen Solarplans beigetragen, der die Errichtung
von 2 Gigawatt Solarenergie bis 2020 vorsieht. Ein erstes Solarkraftwerk
wird bereits am Standort Ouarzazate ebenfalls mit Unterstützung der
Bundesregierung errichtet. BMUB und BMZ hatten hierfür insgesamt 115 Mio.
EUR bereitgestellt.

Im Jahr 2009 hat sich Marokko das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2020 42%
der installierten Stromerzeugungskapazität im Land durch Erneuerbare
Energien zu stellen. Zu diesem Zweck sollen bis 2020 je 2 Gigawatt Solar-,
Wind- und Wasserkraft errichtet werden. Ouarzazate kann zu einem
Referenzprojekt für weitere große Solarkraftwerke in der Region, aber
auch in anderen sonnenreichen Gebieten der Welt werden. Nach
Fertigstellung soll der gesamte Kraftwerkskomplex eine installierte
Kapazität von 570 Megawatt haben. Die Weiterentwicklung der
„Concentrated Solar Power"-Technologie und die damit verbundene
Kostendegression der Technologie kann bei dem Umbau der weltweiten
Energiesysteme eine zentrale Rolle spielen.

Die Unterstützung der Entwicklung und des Ausbaus des marokkanischen
Solarsektors sind Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des
BMUB, mit der seit 2008 gezielt Klima- und Biodiversitätsprojekte in
Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert werden. Seit dem Start der
IKI wurden bislang mehr als 400 Projekte mit einem Fördervolumen von
über 1,5 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Das Gesamtvolumen (durch
zusätzliche Finanzierung) beträgt etwa 4 Milliarden Euro. Das macht die
IKI zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Klimafinanzierung.

Weitere Informationen zu den internationalen Projekten des BMUB finden Sie
hier: http://www.international-climate-initiative.com/de/.

Die KfW hat 2007 im Auftrag des BMZ die Initiative für Klima und
Umweltschutz (IKLU) ins Leben gerufen. Zwischen 2008 und 2011 wurden über
die IKLU mindestens 2,4 Milliarden Euro als zinsgünstige Darlehen und
Zuschüsse für klima- und umweltrelevante Investitionen in
Entwicklungsländern bereitgestellt.

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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner, Andreas
Kübler, Nicole Scharfschwerdt und Frauke Stamer
Telefon: 030 18 305-2010
E-Mail: presse@bmub.bund.de Internet: www.bmub.bund.de/presse
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