Samstag, 12. Dezember 2015

BMUB Pressedienst Nr. 344/15 -- Internationale Umweltpolitik

BMUB Pressedienst Nr. 344/15
Berlin, 12.12.2015

Internationale Umweltpolitik


Klimaschützer schreiben Geschichte
Erstes globales Klimaschutzabkommen beschlossen

Die Weltklimakonferenz in Paris hat sich auf das erste Klimaschutzabkommen
geeinigt, das alle Länder in die Pflicht nimmt. Mit dem Abkommen bekennt
sich die Weltgemeinschaft völkerrechtlich verbindlich zum Ziel, die
Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Es legt auch fest, dass
die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts treibhausgasneutral
werden muss.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Wir haben heute alle zusammen
Geschichte geschrieben. Milliarden Menschen haben lange darauf gewartet,
dass die Weltgemeinschaft handelt. Heute kann ich sagen: Jetzt geht es
endlich los. Zum ersten Mal machen sich alle Länder dieser Welt gemeinsam
auf den Weg, den Planeten zu retten. Wir haben lange gekämpft und heute
ein starkes Abkommen erreicht. Das ist ein historischer Wendepunkt."

Zum ersten Mal wird die 2-Grad-Obergrenze in einem völkerrechtlichen
Abkommen verankert. Darüber hinaus sollen sich die Staaten anstrengen,
den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das Abkommen verbindet
die Obergrenze mit einer konkreten Handlungsanweisung: globale
Treibhausgasneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Bis
dahin muss die Belastung der Atmosphäre auf Null sinken. "Das bedeutet
den Abschied von fossilen Energien, also Dekarbonisierung. Das Abkommen
geht aber darüber hinaus, weil es alle Treibhausgase betrifft", sagte
Hendricks.

Das Abkommen zeigt einen konkreten Weg auf, wie das Ziel erreicht werden
soll. Ab 2020 werden die Staaten alle fünf Jahre neue Klimaschutzpläne
vorlegen, die so ambitioniert wie irgend möglich sein müssen. Für diese
Pläne gilt das verbindliche Prinzip, dass sie nicht abgeschwächt werden
dürfen, sondern immer ehrgeiziger werden müssen. Außerdem muss jedes
Land über seine Treibhausgasemissionen berichten, damit die Fortschritte
nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch der Realität entsprechen.

Das Abkommen enthält das feste Versprechen, die Entwicklungsländer beim
Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Die
Staatengemeinschaft soll den ärmsten und verwundbarsten Ländern auch
dabei helfen, Schäden und Verluste durch den Klimawandel zu bewältigen -
zum Beispiel durch Klimarisikoversicherungen oder eine bessere
Schadensvorsorge.

Das Abkommen überwindet die veraltete Zweiteilung zwischen Industrie- und
Entwicklungsländern. "Wir haben in den letzten Tagen gesehen, wie sich
eine neue Koalition der Ambitionierten gebildet hat, mit armen und
reichen, großen und kleinen Staaten. Darauf werden wir aufbauen in
unserem Streben nach ehrgeizigem Klimaschutz und weltweiter Solidarität",
sagte Hendricks. Anstelle der alten Zweiteilung soll eine faire
Differenzierung dafür sorgen, dass jeder so viel beiträgt, wie er kann.

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